29.11.2008

…, dass ich gestern Abend dann doch nicht zum Konzert in den RAW-Tempel gegangen bin, stattdessen den Kinoabend in großer Runde vorgezogen habe.
Denn viel hätte ich von dem Abend nicht gehabt: Die Polizei räumte den Laden wegen einer Autobombe in der Nähe…


Current mood: Geld gespart
Currently listening to: Tokyo Police Club - Listen to the math




17.11.2008

Jetzt sitze ich hier mit meinem niegelnagelneuen Stethoskop und auskultiere mein Herz. Und ich habe keine Ahnung, wie ich das, was ich da höre, beurteilen soll.

Schon blöd.


Current mood: Ein wenig Erkenntnis gewonnen. Aber nicht beim Auskultieren.
Currently listening to: Jingle der \"Kurt Krömer Show\"




16.11.2008

Ich muss das einfach mal resümieren, einen Überblick gewinnen, die Spreu vom Weizen trennen. Ja, das muss jetzt einfach sein. Pánta chorei kaì oudèn ménei. Iliadischer Gesang, fast.
Jaja, kennen aber nicht verstehen. Wie hieß es doch so schön: Von der bewussten Kompetenz zur unbewussten. Das ist aber erst der zweite Teil. Ohne Reflektion jedoch vergeht die Zeit im Fluge. Zwei Seiten einer Wahrheit.

Ich musste zu Schulzeiten immer Vor- und Nachteilslisten erstellen. Pädagogische Zwecklosigkeiten, die sich eingeprägt haben. So soll’s sein, so soll’s bleiben.

positiv und ohne Gewichtung:

  • Gestern Abend erst in die Salsa-Bar, dann weiter in die nächste Bar und dann in die Lounge. Ein Wiedersehen. Mit Option auf Kaffee und tiefsinnige Gespräche nächste Woche. Ich mag keinen Kaffee. Tiefsinnige Gespräche umso mehr.
  • Vegetarier auf Probe. Das reichhaltige Mensaessen unterstützt mich in diesem ehrgeizigen Projekt, nur abends wird es schwer. Knackwurst ist halt unschlagbar…
  • Voll investigativem Eifer herausfinden, dass der Körperspender zwei Bypässe erhielt und dass sich wahrscheinlich bei einem MRT die Überreste eines gezogenen Herzkatheters in die Wand der oberen Hohlvene katapultierten – und das obwohl man sich ja eigentlich nur mit den Beinen beschäftigen sollte
  • Die ungekannte Vorfreude auf jeden kommenden Montag, der von nun an stets einen neuen Fall bereithalten wird

negativ und ohne Gewichtung:

  • Wegen Gleisbauarbeiten vierzig Minuten lang in der Kälte ausharren
  • Im Präpsaal realisieren, dass man den gesamten Muskelapparat des Knie- und des Hüftgelenks soeben vergessen hat
  • Zu der Erkenntnis gelangen, dass man sich doch am Ende immer wieder entgegen allen Bemühungen missverständlich ausdrückt, sich wünscht, alles wäre einfacher. Wenigstens ein bisschen.
  • Vermehrt von den Erlebnissen aus dem Zivildienst verfolgt werden. Nicht einschlafen können. Fragen stellen. Auf Antworten hoffen. Das Gefühl gewinnen, dass verdrängte Erlebnisse nicht nur jetzt zur Geißel werden, sondern auch schon damals etwas unwiederruflich zerstörten.
  • Ödematöse, adipöse Beine präparieren; eine spritzige Angelegenheit
  • Angst statt Mut haben, einfach gehen, wenn das Herz bleiben möchte. Chancen verspielen?

Panta rhei. Fluch und Segen.


Current mood: Wellenschlag auf Wellenschlag
Currently listening to: Ratatat - Wildcat




Morgen wird gepräpt! Zwar „nur“ Haut, oberflächliche Nerven und Gefäße, aber dafür schwinge ich das erste Mal das Skalpell und erforsche die Untiefen der menschlichen Anatomie mit Sonde und Pinzette.

Apropos, ich sollte nicht vergessen, Kittel und Besteck einzupacken. Wär ja sonst jammerschade.


Current mood: Vorfreude!
Currently listening to: Ratatat - Nostrand




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05.11.2008

Wieder ein sehr wichtiges Teil:

Die Schlange im Schatten des Adlers


Current mood: Hat die Nadel im Heuhaufen gefunden
Currently listening to: Tiger Tunes - Ninja & the fish




Die Ausgangssituation: Eine weltumspannende Wirtschaftskrise hat das Land erschüttert und destabilisiert. Das Vermögen der Firmen und der Bürger ist in Gefahr, die soziale Sicherheit kann längst nicht mehr gewährleistet werden, Arbeitslosigkeit und private Insolvenz verbreiten Angst und Schrecken. Die Spirale zeigt scheinbar unaufhaltsam nach unten.
Und wer ist schuld daran? Na klar, die Regierung, die das alles zugelassen hat. Wie gut, dass bald Wahlen sind, denn auch sonst hat dieses Kabinett viel Unmut hervorgerufen.
Da tritt dann ein Mann auf, der besonders zu sein scheint. Er hat Charisma. Er verspricht, alles zu ändern. Er verspricht wirtschaftliche Stabilität, Steuererleichterungen, Arbeit. Er will jene, die das Volk der Arbeiter seit jeher aussaugen, dafür bestrafen und ein für allemal warnen. Alles soll besser werden, alles soll sich verändern.

Manche Dingen ändern sich nicht.
Es ist erwiesen, dass Menschen in Krisenzeiten blauäugiger, ja in einer unterschwelligen oder vielleicht sogar sehr bewussten Verzweiflung allen natürlichen Verstand und alle Zweifel beim Prüfen der Wahlkandidaten ablegen. Demagogen wissen das. Wie unterschiedlich ihre Motive auch sind, sie wissen, dass ein hilfsbedürftiges Volk sehnsüchtig nach jener Hilfe schreit, die mit viel Herz und Gerechtigkeit „alles verändern“ will.

Manche Dinge ändern sich einfach nicht. Das Amt des 44. Präsident der USA ist besiegelt, es wird Barack Obama sein. Es waren die tosenden Stimmen der jungen Wähler, der Erst- und Zweitwähler, der Bush-Gegner und der Arbeitslosen und sozial Schwachen, die ihm zum mächtigsten Mann des Landes machten. Und dabei kaum etwas mehr von ihrem Heros wussten, als dass er, der Heilsbringer, den lang ersehnten Wandel mitbringen würde. Ein Hochschulrektor sagte einst: „Die Entscheidung […] ist bereits von den jungen Menschen […] getroffen worden.“ Und so war und ist es. Jugendlicher Fanatismus, wie man ihn in den letzten Wochen immer weiter anschwellen sah, diese jugendliche Sehnsucht nach Utopia hat das halbe Land mitgerissen.

Aber wer ist dieses Gespenst Obama? Die meisten seiner Wähler hat das wenig gekümmert. Der Mann, der dort auf dem Podium immer wieder den Wandel beschwor, hat Charisma. „Er ist einer von uns.“ „Er weiß, was wir heute brauchen, damit morgen alles gut wird.“ Und das reicht.
„Bring mir einen Messias und ich werde ihn anbeten.“ Das ist die Quintessenz des durchschlagenden Erfolges dieses 44. Präsidenten der USA.

Es gibt für mich viele Gründe, davon auszugehen, dass dieser Obama in den nächsten vier Jahren sein Land und die Welt in eine tiefere Krise reiten wird, als es Bush geschafft hat. Ich gehe davon aus, dass Obama

  • das Gesundheitssystem nicht durchgreifend reformieren wird,
  • soziale Barrieren nicht abbaut,
  • innerhalb des nächsten Jahres die Europäer stärker in die Pflicht nehmen wird,
  • die Beziehungen zu Russland weiter verschlechtert,
  • eine massive wirtschaftliche Offensive gegen China, vielleicht auf afrikanischem Boden, fährt,
  • den Irak unbefriedet verlassen oder eine instabile Lage zurücklassen wird,
  • Marineeinheiten im Golf von Arabien stationieret,
  • den Iran wenigstens politisch harsch anpacken und provozieren wird und
  • einen neuen Krieg im Nahen Osten, vielleicht in Pakistan oder im Iran, eröffnen wird.

Bei Gelegenheit komme ich darauf zurück.


Current mood: Logomantie?
Currently listening to: Die goldenen Zitronen - Europäische Außenstellen