Gestern noch war ich in Stockholm. Gerade einmal 24 Sunden, ein Freund, ich und Schwedens wundervolle Hauptstadt. Keine Zeit für ein Nickerchen, daher auch kein Hotel. Gestern früh ging es los und heute zur selben Seite zu Ende. Ich bin immer noch von den vielen Eindrücken erschlagen und kann mich nicht einmal entscheiden, womit ich beginnen soll: Mit der sehenswerten Architektur der Altstadt? Mit der wundervollen Gesellschaft, die wir genießen durften? Oder vielleicht dem aufregendem Gefühl, den ganzen Tag in einer vollkommen fremden Stadt auf den Beinen zu sein?
Vielleicht beginne ich lieber mit dem Ende der Reise, als ich bemerkte, dass ich gerade das Nickerchen verschlafen hatte, dass ich dringend brauchte. Als ich gegen Mittag aufwachte war da dieses seltsame Gefühl: Zurück in Berlin, welches genauso war wie zuvor, obgleich ich hätte schwören können, das ich wenigstens eine Woche weg gewesen bin. Ich schätze, das ist auch eine Art Jetlag… Einzusehen, dass ich hätte mehr Zeit investieren, die Leute besser kennenlernen sollen, ist der schlechtere Teil dieses Kurztrips.
Daher wird es Zeit, zu den großartigen Momenten zu kommen, die wir erleben durften: Da wir am etwas abgelegenen Flughafen Stockholm-Skavsta landeten, hieß es, eine weitere Stunde mit dem Bus nach Stockholm zu fahren. Die Fahrt führte uns durch atemberaubend schöne Landschaften, teils bewaldet, teils felsig, hier und da jene rötlich-braun gestrichenen Holzhäuser, die man sonst nur von Bildern kennt. Da wusste ich, warum so viele deutsche Ärzte nach Schweden auswandern (insgeheim habe ich mir auch vorgestellt, wie es wohl wäre)… Sogar das Klima war perfekt: sonnig und kühl, genauso wie ich es mir in Berlin immer wünschte aber bisher nie bekam.
Zwölf Uhr mittags kamen wir dann auch an und wurde Zeit, die Straßen Läden und Boutiquen zu erorbern. Stockholm hat diesbezüglich ein überragendes Angebot, sodass wir uns notgedrungen eine Route ausdenken musste, die uns am effektivsten erschien. Während unseres Aufenthaltes haben wir viele der Geschäfte besucht, viele davon in Deutschland gänzlich unbekannt, was mir letztlich zwei Paar Schuhe, eine Hose und ein T-Shirt eingebracht hat. Eigentlich wollte ich noch bei Filippa K (lies: Koh) einen grauen Mantel kaufen, genau in der Art wie ich ihn schon länger gesucht hatte. Nur leider lies Budget eine solche Investition von 3400 Kr (340 €) nicht zu, dafür werde ich aber mit Sicherheit in der Berliner Filiale noch einmal vorbeischauen!
Unser Aufenthalt bestand aber freilich nicht nur aus Shopping, ein wenig Kultur war auch noch drin. Zunächst machten wir uns auf in die Altstadt, die sich auf der Insel Gamla Stan befindet und durch ihre engen Gassen und urigen Gebäude besticht. Ein Laden reiht sich neben den anderen, was natürlich auch die Touristen anzog. Nachdem wir also einmal Gamla Stan durchquert hatten, ging es weiter zur Insel Skeppsholmen, die so etwas das kleine Gegenstück zur Berliner Museumsinsel darstellt. Dort besuchten wir das Moderna Museet, wo Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts gezeigt wird. Da meine Begleitung weniger davon begeistert war, genoss ich halt die Exponate allein – ihm war wohl nicht klar, was er da gerade verpasste. Ganze drei Stunden habe ich gebraucht, um all die Picasso, Duchamps und Calders zu erleben; sein Pech, das ich die Ausstellung derart mochte. Nur leider war es dort nicht einmal erlaubt, ohne Blitz zu fotografieren, so dass ich entgegen meiner Planung doch keinen Artikel bei Castor und Pollux schreiben kann, doch wenigstens war es das wert.
Wie vielleicht schon aufgefallen ist, lag noch die ganze Nacht vor uns und wollte in den Clubs der Stadt verbracht werden. Vor ein paar Tagen habe ich zu diesem Zweck bei Couchsurfing.org nach Einheimischen gesucht und bin letztlich auf eine junge Frau unseres Alters gestoßen, die zu wissen schien, wohin man zu gehen hat, wenn man Stockholms Nachtleben kennen lernen will. Wir trafen uns abends und begannen mit einer hübschen, kleinen Bar auf Gamla Stan. Wir lernten uns schnell kennen, entschieden uns aber bald wegen der knapp bemessenen Zeit, tanzen zu gehen. Unglücklicherweise hatte der erste Club nicht geöffnet, der nächste ebenfalls, genauso wie eine andere Bar… Wir hatten uns die Nacht anders vorgestellt, aber das war dann auch egal; zumindest mir. Einfach nur die die Stadt zu stromern und ein wenig mit einem Einheimischen zu quatschen, darüberhinaus jemand, dessen Gesellschaft ich genoß, war eine großartige Alternative. Irgendwann fanden wir uns dann in einer kleine Livebar mit mittelmäßiger Musik, doch leider Gottes musste unsere Begleitung schon bald gehen, gerade bevor die Musik schlagartig besser und zudem tanzbar wurde.
Irgendwann war es dann aber Zeit, das Gepäck, welches wir zuvor im Hauptbahnhof eingeschlossen hatten, abzuholen und den Weg zum Busbahnhof einzuschlagen. Dies erwies sich als recht schwierig, so ganz ohne Karte, doch letztlich fanden wir den Bahnhof… abgeschlossen. Erst um fünf Uhr würde er wieder öffnen, zu spät um unseren Bus und damit auch unseren Flug zu bekommen. Offensichtlich waren nicht nu wir von dieser unvorgehenenen Situation überrascht, mindestens sieben andere Leute hatten ein ähnliches Problem. Was hätten wir tun sollen? Allein in einer fremden Stadt, ohne nützliche Schwedischkenntnisse (abgesehen von „Skål“ und ein paar Zahlen, die wir gerade erst gelernt hatten). Also blieb nur der Notruf übrig, jedoch konnte uns da auch keiner helfen, keiner hatte hierfür die Verantwortung. Verzweifelt rief ich also unsere Freundin an, die sicherlich schon schlief, doch überraschenderweise konnte ich sie nicht nur erreichen, sie versuchte sogar, für uns einige Informationen herauszufinden und rief mich einige Male zurück, bis sie sich sicher sein konnte, dass es uns gut ging. Wie liebenswert! Sie musste am nächsten Morgen früh aufstehen, half uns aber dennoch bis wir eine Lösung fanden. Zum Glück konnten uns ein paar Leute versichern, dass die Security den Bahnhof um 3:30 aufschließen würde – gerade einmal eine Viertelstunde bevor unser Bus losfuhr…
Alles in allem hatte ich dennoch einen großartigen Tag, ich schätze mein Freund auch. Ich kann mir gut vorstellen, dieses oder nächstes Jahr zurück zu kommen. Schließlich hatte ich eine wunderbare Zeit, sah schöne Orte, genoß den Aufenthalt und lernte liebenswerte, wunderbare Menschen kenne. Was will man da noch mehr.
Current mood: Longing... for Stockholm and yesterday
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Bei Semper et ubique gibt es Neuigkeiten, die du vielleicht auch schon bemerkt hast: Ab sofort geht es hier zweisprachig daher, wird jeder zukünftige Artikel sowohl in einer deutschen wie in einer englischen Fassung lesbar sein. In letzter Zeit habe ich mich mit der Entscheidung darum schwer getan.
Doch wie du sehen kannst, habe ich mich letztlich dafür entschieden, was in erster Linie damit zusammenhängt, dass in den letzten Wochen zunehmend Besucher aus nicht-deutschsprachigen Ländern ihren Weg hierher fanden. Wenn du also von nun an einen Artikel lieber auf Deutsch statt auf Englisch lesen möchtest, brauchst du nur noch auf den entsprechenden Link am oberen Rand klicken.
Heute Abend noch wird es (hoffentlich) den ersten „echten“ zweisprachigen Artikel bei Semper et ubique geben, also halte deinen Feedreader warm!
Current mood: Tired.
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Ich wohne in einer Straße mit glorreichem historischen Hintergrund. Zumindest, wenn man den Leuten glauben darf, über die ich mich jetzt Annette Spontanextase zuliebe ein wenig auslassen werde (so eine Art Stöckchen, den ersten Teil gibt’s auf ihrem Blog). Eigentlich müsste ich mich, wo ich diese Zeilen schreibe, im Dunkeln meines kleines Zimmerlein verstecken, so brisant könnte dieses Thema sein. Doch ich suche den Nervenkitzel und sitze jetzt im Café gegenüber, also unter den Augen jener, um die jetzt gehen soll, in jenem Stadtteil, der quasi das Nest dieser Sektierer, ihr Hauptquartier, ihr Zion darstellt.
Ich spreche hier von den möchtegernrevolutionären Weltumsturzplanern. Und weil ich in letzter Zeit so viel Spaß mit Illustrator, Photoshop & Co. hatte, gibt’s das Ganze hübsch aufbereitet. Nur hier im S.e.u.-Zoo!
Haha. Mir gefällt’s.
Current mood: Amüsiert.
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Current mood: Grinsen...
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