Mir fehlt jegliche Motivation. Ernsthaft. Wenn ich an meinen bisherigen Einsatz und meine bisherigen Leistungen denke, kann ich mir kaum vorstellen, im Februar die Prüfung zu bestehen. Es ist nicht so, dass der Stoff zu schwer wäre, ganz im Gegenteil. Ich weiß nicht warum, aber ich kann mich einfach nicht dazu aufraffen, mir Zeit zu nehmen und die Dinge zu lernen, die wir zu erarbeiten beschlossen haben.
Es ist auch nicht so, dass die Themen langweilig wären, die meisten interessieren mich sogar. Was diese Woche angeht, hatten wir vereinbart, Wissen über HIV, seine Pathogenese, die Behandlung, die involvierten diagnostischen Methoden und ein weiteres immunologisches Thema zusammenzutragen. Obwohl ich es total interessant finde, fehlte es mir an Motivation, tatsächlich etwas darüber zu lernen. Ich habe ein paar Seiten gelesen – und das war’s. Zu wenig, um das alles im Gedächtnis zu behalten.
Wenn ich an die nächste Woche denke, wird es wohl so bald nicht besser werden. Die kommende Woche ist mit Veranstaltungen vollgestopft, die meisten davon finden auch noch in einem entlegenen Stadtteil statt. Zudem wird das Thema ein sehr anstrengendes sein: Antibiotika. Es ist so gut wie unmöglich, über diese Medikamentengruppe zu sprechen und nichts zu vergessen. Zu meinem Leidwesen ist dieses Thema für die Prüfung überaus relevant…
Zudem kann ich mich rückblickend nicht daran erinnern, irgendetwas in diesem Semester gewissenhaft erarbeitet und gelernt zu haben. Oh, ich will gar nicht wissen, wie viel ich da lernen muss, um das alles wieder gut zu machen.
Current mood: Slightly depressed
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Die Vorbereitungen für mein ERASMUS-Jahr nehmen nach und nach Gestalt an. (Ich habe doch schon darüber geschrieben, oder?) Vor etwa einem Jahr traf ich die Entscheidung, für ein Jahr im Ausland zu studieren, Schweden war ein der Optionen. Später war ich mir dann sicher, dass es Schweden sein würde, also konnten die Vorbereitungen angepackt werden. Um mein Jahr dort auch hier angerechnet zu bekommen und somit nicht ein Jahr zu verlieren, muss ich auf einige Dinge achtgeben. Eigentlich ist es einfacher als es dachte, obgleich es immer noch fraglich ist, ob ich dieses Ziel auch erreichen werde.
Das ist allerdings nicht das einzige Problem: Mein Pläne betrafen bisher Stockholm als Ort meiner Wahl, obwohl ich wegen der hohen Nachfrage nach ERASMUS-Plätzen in Schweden nicht wählerisch sein darf. Wie auch immer, Stockholms medizinische Fakultät, das berühmte Karolinska Institut (das sind die Leute, die jedes Jahr den Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie bestimmen) nimmt nur Studenten an, die hervorragende Schwedischkenntnisse vorweisen können. Wie ich schon geschrieben habe, besuche ich nun wöchentliche Schwedischkurse, die von der Uni angeboten werden – leider erlangt man damit nur das Sprachlevel B2 (siehe Wikipedia), ein Level zu wenig. Karolinska nimmt zwar auch Studenten mit exzellenten Englischkenntnissen, in dem Falle würde ich aber sicherlich nicht die geforderten Kurse zusammenbekommen, um ohne Zeitverlust weiterstudieren zu können.
Wie auch immer – ich liebe die Schwedischstunden! Da die Lehrerin Muttersprachlerin ist und die Klassenkameraden ebenso motiviert sind wie ich, kommen wir unglaublisch schnell voran. Morgen habe ich meine fünfte Stunde (was dann bisher gerade einmal acht Zeitstunden Schwedisch ergibt) und ich kann bereits mit Fremden Smalltalk betreiben, mich vorstellen, nach der Zeit fragen bla bla bla – die Basics halt. Man glaubt gar nicht, wie einfach diese Sprache ist (zumindest für Deutsche und Briten). Man nehme nur einmal die folgende kurze Unterhaltung:
„Hejhej, jag heter Matthias. Vad heter du?“
„Hej, jag heter Lars. Varifrån kommer du?“
„Jag kommer från Tyskland. Jag bor i Berlin. Du då?“
„Jag kommer också från Tyskland, men inte från Berlin. Jag bor i Hamburg.“ (Man könnte jetzt auf Deutsch weitersprechen, aber egal…)
„Jaha. Var arbetar du?“
„Jag arbetar på ett företag. Företaget heter IKEA. Du då? Var arbetar du?“
„Jag arbetar inte. Jag studerar medicin på Charité.“
„Förlåt. Jag förstår inte. Charité? Vad är det?“
„Det är ett sjukhus och ett universitet i Berlin.“
„Jaha.“
Ziemlich einfach, oder? (Seltsam genug, dass man in Schweden „Lasch“ statt „Lars“ sagt…)
Ich kann jedenfalls nicht auf die nächste Schwedischstunde warten!
Hejdå!
Current mood: Curious!
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Der erste Schnee für Berlin – im frühen November!
Current mood: Let it snow, let it snow, let it snow...
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Ich glaube, es ist Zeit für eine neue Reihe. Obwohl ich ja erst im dritten Semester bin (neun kommen noch), habe ich schon regelmäßig Patientenkontakt (man erinnert sich, einer der Vorteile des Reformstudiengangs). Wöchentlich in einer Arztpraxis zu arbeiten und dazu praktische Kurse zu haben, macht sich auch darin bemerkbar, dass man so einige Patienten sieht.
Vergangenen Donnerstag hatte ich im Rahmen des sog. Praxistages einen männlichen Patienten, etwa 40-45 Jahre alt, der schwere Kopfschmerzen auf der linken Seite und einen Verlust der Motorik im rechten Arm beklagte. Dies sei wohl aufgetreten, nachdem er eine schwere Kiste angehoben habe. Mein Lehrarzt und ich wurden schlagartig ernster, denn ein Schlaganfall oder eine Subarachnoidalblutung könnten durchaus für seinen Zustand verantwortlich sein, beides höchst gefährliche Erkrankungen. Wir führten einige Untersuchungen durch, um unsere Verdachtsdiagnose bestätigen zu können, jedoch konnten wir unseren Verdacht weder belegen noch ausschließen. Folgendes geschah:
„Wir raten Ihnen, Sie sofort in ein Krankenhaus einzuweisen, wir rufen gleich 112.“
„Ach, damit komme ich klar. Ich brauche keinen Krankenwagen, ich komme da schon selbst hin.“
„Ähm… ok… Sie unterschätzen die Situation, eine unverzügliche Behandlung ist unumgänglich.“
„Ich fahre mit dem Auto, wird genauso lange dauern.“
„Wenn Sie mit dem Autor fahren, gefährden Sie nicht nur Ihr eigenes Leben, sondern auch das der anderen Verkehrsteilnehmer! Wir rufen Ihnen ein Taxi.“
„Oh, ein Taxi geht auch in Ordnung. Machen Sie sich mal keine Sorgen um mich, mir geht’s gut.“
Er erzählte auch noch, dass der Vorfall schon drei Stunden her sei. Nicht nur, dass er nicht gleich den Notruf gewählt hat, er dachte wohl auch noch, es wäre die beste Idee, seinen Hausarzt aufzusuchen. Er hatte sogar noch die Zeit, seine Kleider zu wechseln; er gab an, sein Hemd sei klitschnass geschwitzt gewesen, hatte aber frische Kleidung an.
Ich weiß nicht, wie die Sache ausging. Alles was wir tun konnten, ist ihm eindringlich unseren medizinischen Rat ans Herz zu legen und dies für mögliche Versicherungsfragen in der Akte zu dokumentieren.
Current mood: Head-shaking
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