Medizin studieren heißt, einiges über dieses und jenes zu lernen, im Grunde genommen alles Dinge, worüber man sich permanent fragt, inwiefern diese sich je als nützlich erweisen könnte. Der Stoff ist umfangreich, aber jenseits des lehrplanmäßigen Wissens gibt es so manch wertvolle Erkenntniss, die das Leben als Medizinstudent vereinfachen kann. Hier sind zehn, die du (als Reformstudent) nicht mehr missen möchtest:

  • Sexualmedizin ist eine Disziplin mit großer Ambivalenz: Einerseits wird dir nie wieder ein Fach begegnen, wo du derart detailliertes anatomisches Vorwissen hast. Andererseits wirst du zukünftig bei Nicht-Patienten nie mehr die Blickdiagnose für eine Geschlechtserkrankung übersehen.
  • Eine „seltene Erkrankung“ trittt stets häufiger auf als man sich vorstellen mag. Tatsächlich kann man sein Ansehen unter Kommilitonen in die Höhe katapultieren, wenn man seine Lernanstrengungen auf diese Krankheiten konzentriert. Leider gilt das nicht für Professoren oder gar in Prüfungen.
  • Dennoch wird man mit diesem Wissen viel häufiger jene Diagnosen bei solchen Patienten stellen, die eigentlich viel profanere Leiden haben. Die Devise sollte daher stets sein: „Wenn du Huftrappeln hörst, denke an Pferde, nicht an Zebras.“
  • Solche Weisheiten kann man in alles überragenden Büchern wie „House of God“ finden – was auch der Grund ist, warum es diese Bücher nicht in der Uni-Bibliothek gibt.
  • Wenn eine Vorlesung oder ein Seminar mehr als einmal pro Tag stattfindet, gehe nicht zum ersten Termin. Rufe stattdessen jemanden an, der da war und vergewisser dich, dass es auch wirklich die Zeit wert ist.
  • Ein weiterer Vorteil: Man ist nicht mehr an irgendwelche Termine gebunden. Du warst gestern Abend auf einer Party und ziehst es vor, bis 13:00 zu schlafen? Kein Problem, geh zum 14:15-Seminar!
  • Oder verleih dem Ganzen eine gänzlich neue Qualität! Besuche keine dieser Veranstaltungen, sammel dir stattdessen all die Skripte online zusammen – lernen war niemals so einfach!
  • Studiere diesen Trick ein und du kannst bei einem Pflicht-Praktikum gehen, wann immer du willst: Lasse willentlich die Tränen laufen und gib vor, etwas von dieser infektiösen Flüssigkeiten in deine Augen gespritzt zu haben – wirkt immer!
  • Checke bei der Anamnese immer noch einmal die Medikation und Vorerkrankungen. Du wirst oft Dinge wie diese erleben: „Für die super-komplizierte Herz-OP muss ich noch ein paar Fragen stellen: Haben Sie irgendwelche chronischen Herz- oder Gefäßerkrankungen?“ – „Nicht eine. Ich bin kerngesund.“ … – „Nehmen Sie irgendwelche Medikamente?“ – „Joa. ASS 100, Simvastation, Metformin… Ach ja und dieses eine für die Gerinnung. Wie hieß das gleich? Marco-… Marcu-… Marcumar? (Achso, ich habe auch noch ein paar gecoatete Stents, aber das ist sicherlich nicht der Rede wert.“ – „Großartig…“*
  • Wenn ein Patient glaub, er habe die Schweinegrippe, hat er sie nicht. Wenn ein chronisch kranker Patient glaubt, er habe nur eine gewöhnliche Erkältung, irrt er sich, es ist H1N1. Sei’s drum, Tamiflu wird dem ersten nicht helfen und für den zweiten ist es schon zu spät…

Kennst du noch andere Weisheiten aus dem Medizinstudium?

* Alle diese Medikamente haben etwas mit dem Herzen, den Gefäßen oder der Gerinnung zu tun. Zudem, und das ist die Pointe, nehmen die wenigsten Chirurgen das Risiko auf sich, einen Patienten mit gecoateten Stents zu operieren, weil diese eine nicht kontrollierbare Quelle für eine Handvoll ernster operativer Komplikationen darstellen.


Current mood: Feeling average
Currently listening to: Sigur Rós - Viðrar vel til loftárása




Nun, die Schwedischstunden machen immer noch den Teil der Woche aus, der mich am meisten zu motivieren vermag – ich liebe den Kurs, die Sprache, einfach alles! Jede Woche bin ich aufs Neue erstaunt, welche Fortschirrte ich mache. Jag älskar Svenska!

Jedenfall, habe ich schon über meine Pläne für das Praktische Jahr („PJ“) im letzten Studienjahr geschrieben? Ich will unbedingt für einen der drei Teile des PJs nach Island gehen! Daher schaue ich mich sogar schon nach entsprechenden Sprachkursen um… Ég elska Íslenska!


Current mood: Still festive but melancholic
Currently listening to: Sigur Rós - Starálfur




18.12.2009

Weihnachten naht mit großen Schritten. Nur noch eine Woche und dann ist Heilig Abend. Ich hoffe, dieses Jahr wird es eine schöne Weihnacht.

In meiner Wohnung findet die weihnachtliche Stimmung bereits Einzug: In diesem Moment bin ich im warmen Wohnzimmer und liege auf der Couch. Ein paar Kerzen schimmern, das weiche Fell auf dem warmen Dielenboden lädt zum Kuscheln ein. Plätzchen und Walnüsse liegen auf dem Tisch, die bereits eingepackten Geschenke daneben. Tannen- und Weihrauchduft erfüllt die Luft, im Hintergrund spielt die friedliche Musik von Sigur Rós während das Räuchermännchen über die heimelige Stimmung wacht.

Ich habe darüber nachgedacht, einen Weihnachtsbaum, die zugehörigen Lichter, die Deko und alles andere zu kaufen. Bisher habe ich es nicht getan. Im Grunde genommen bin ich mir nicht einmal sicher, welche Entscheidung eigentlich die traurigere wäre.

Wenn ich zurückdenke, dann war wohl die letzte Weihnacht die traurigste und unschönste, die ich je hatte und die der schönsten und heimeligsten folgte, an die ich mich erinnern kann. Obwohl ich dieses Jahr mit meiner Familie, meinen Eltern und Großeltern feiern werde, kann die aufkommende weihnachtliche Stimmung nicht verbergen, dass ich mich irgendwie allein fühle.

Vielleicht sollte ich mich auf die wenigen Tage mit meiner Familie konzentrieren. Es scheint auch, als würde ich mit Geschenken überkompensieren: Dieses Jahr habe ich Unmengen gekauft. Dabei ist es mir vollkommen gleich, was ich wohl bekommen mag. Ich hbe keine Wünsche. So wie jedes andere Jahr auch. Ich möchte einfach nur eine frohe Weihnacht haben.


Current mood: Melancholic
Currently listening to: Sigur Rós - Fljótavik ("Við sváfum / Stórviðri ofsaði út." - We slept as the storm died down. Wonderful song.)