Daheim angekommen gilt die Aufmerksamkeit zu aller erst der Waschmaschine: Klamotten ausziehen und im Kochwaschgang maximal desodorieren und desinfizieren (wenn’s ginge auch sterilisieren).
Aber nein, nicht nur, dass man sich das Zeug auf die aus dem Kittel hervorlugenden Ärmel gespritzt hat, das war wohl nicht genug, auch die zwischen Ärmel und Handschuhen bloß liegende Haut war dem kalten Ekelkram ausgesetzt. Ein unachtsamer Moment, eine falsche Bewegung und schon ist der erste Kontakt hergestellt. Sei es flüssig, sei es schwabblig, bindegewebig oder fest, kein Problem, es geht ja schnell. Trotz mehrmaligen Händewaschens und -desinfizierens, der Geruch will nicht von meinen Händen weichen.

Aber hey, es ist ja nicht kontagiös. Sagen die jedenfalls immer.

PS: Erkenntnis des Tages: künstliche Mitralklappen sind unverwüstlich. Bei Gelegenheit schon mal prophylaktisch auswechseln lassen. Man kann ja nie wissen.


Current mood: Waschzwang ausleben
Currently listening to: Justice - Valentine



4 Kommentare zu “Eau de Carbol et Formaldéhyde”

  1. 1
    chefarzt schrieb am 15.01.2009 um 21:55:

    Den Geruch hab ich noch gut in der Nase, echt widerlich. Macht aber trotzdem irgendwie süchtig … Hab mir bei der Gelegenheit mal das Skalpell in den Finger gejagt. Habe es trotz Formalin überlebt.


  2. 2
    Earl Mobile schrieb am 15.01.2009 um 22:09:

    Teilweise geht man (zumindest ich für meinen Teil) ja auch sehr nah ran. Wenn man dann stolpert, findet man auf einmal sein Gesicht in verschrumpelten Genitalien wieder. Ne, das muss ich nicht haben. Ein Kommilitone steckte mir mal unabsichtlich nen Zeh in die Haare. Was lässt man nicht alles über sich ergehen…


  3. 3
    Sue schrieb am 16.01.2009 um 23:02:

    Das ist ja einer der Gründe, warum ich sowas nie nie könnte.
    Gelesen und gegruselt.
    Lebende Menschen sind ja schon schlimm genug, sozusagen…


  4. 4
    Earl Mobile schrieb am 16.01.2009 um 23:18:

    Das Beste sind die Eimer mit den Herzen drin. Die schwimmen in so einer kalten, trüben Brühe – als wenn die vor Jahren dadrin gekocht wurden und seitdem da rumstehen.
    Aber ne, an sich ist das nicht so schlimm. Dank einer leistungsstarken Lüftung/Kühlung riecht es im Präpsaal nach rein gar nichts und die Präparate sehen auch gar nicht furchteinflößend aus. Viele können nur nicht in die Gesichter schauen, auch ein Grund, warum die immer verdeckt bleiben.

    Wenn du die Möglichkeit hast, im Rahmen der langen Nacht der Museen (sowas habt ihr doch auch bestimmt) dir das anzuschauen, dann geh hin – es ist wirklich eine sehr interessante Sache und letztlich ist oftmals von den Körpern kaum mehr was übrig, dass man sich großartig bewusst werden könnte, dass da eigentlich ein Mensch vor einem liegt.


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