Wo die Prüfungen nun nicht nur vorbei, sondern auch bestanden sind, sollte es Zeit für ein wenig Ferien sein. Drei Monate reichen doch, oder? Ja? Ich bin dann Mitte Oktober wieder da, in Ordnung?
Viel Zeit für dies und das, aber nebenbei muss ich doch noch was für die Uni machen. Ein Haken ist immer dabei. Gut, die Vorbereitung für die Orientierungseinheit für die kommenden Ersties macht auch jede Menge Spaß; meine Aufgabe ist es, das Blockbuch mit allen wichtigen Infos zu füllen und gut aussehen zu lassen und während der OE als Mentor für die Ersties zu dienen. Mach ich alles gern.
Allerdings muss auch gelernt werden, leider Gottes. Nächstes Semester warten die Blöcke „Blut“, „Entzündung/Abwehr“ und „Sexualität/Geschlechtsorgane/Hormone“ auf mich. Na wenn das keine Freude ist. Sieben Wochen Immunologie, schlimmer kann es wohl kaum kommen. Daher wälze ich jetzt schon die Bücher, denn jetzt ist schon klar: Wenn ich wie bisher mangels Disziplin nicht über das Semester hinweg lerne, kann ich einpacken. Und weil der Esel störrisch ist, muss er halt in den Ferien lernen. Auch gut.
Auf eine Sache freue ich mich allerdings schon sehr: Interviewer im Auswahlverfahren der Hochschulen. Ich weiß noch, wie ich damals selbst als Bewerber dazu eingeladen wurde und schließlich den langen Weg in die Heimat auf mich genommen habe, um dann vor drei „Prüfern“, zwei Profs und einem Studenten zu sitzen und über mich und meine Motivation zum Medizinstudium palawern durfte. Eine große Freude war es nicht, denn man wusste ja stets, was dahinter stand. Nur jeder Dritte wird genommen, die anderen beiden sind umsonst angereist.
Schlußendlich habe ich es aber dann doch geschafft und jetzt dreh ich den Spieß um und sitze auf der anderen Seite. Jetzt bin ich an der Reihe und darf belanglose, zuweilen gemeine oder auch hintergründige Fragen stellen, auf die sich kener vorbereitet hat. Darf fleißig aussieben und die Spreu vom Weizen trennen. Und wer weiß, vielleicht verhelfe ich ja dadurch auch ein paar Leuten zum Studium, die ich dann letztendlich bei der Orientierungseinheit wieder treffe?
Ich freu mich jedenfalls und bin gespannt, was die Bewerber alles vortragen und wie sie ihre Chancen zu erhöhen versuchen.
Current mood: Kreative Melancholie ohne sich schlecht zu fühlen - ein bisher unbekanntes Gefühl, aber es darf gern öfter kommen.
Currently listening to: Beck - Everybody's gotta learn sometimes (Eternal sunshines of the spotless mind OST)


Oh, du darfst in der Jury sitzen? Glückwunsch! Ich empfehle (neben den üblichen gemeinen Fragen) den Einsatz des Spaghetti-Tests. Kein Scherz, den gab es wirklich:
Also. Der / die KandidatIN bekommt einen Teller Spaghetti Bolognese vorgesetzt. Nun muss der Probant essen. Anhand des Essverhaltens zogen die Prüfer Rückschlüsse auf die Persönlichkeit. Meinetwegen: Schlürfen der Spaghetti inklusive Beschmieren von Nase, Mund und Bluse = Abgelehnt. Drehen der Spaghetti unter Zuhilfenahme des Löffels = 1. Runde weiter.
In diesem Sinne – Buon appetito!
Ne zu aufwendig, da müsste ich ja vorher in die Mensa rüber rennen. Dann lass ich die Leute lieber BaföG-Bögen oder andere Formulare ausfüllen. Oder die ganze Zeit stehen lassen, weil OP-Bedingungen und so.